Erfahrungsberichte

  • CISV-Sommer

    Was die Kinder in diesem Sommer erlebt haben, kann man in keiner Schule lernen. Das sind Erfahrungen, die sie nie vergessen werden. Beide Kinder wollen wieder mit CISV fortfahren. Ich kann die Weisheit, die ich von einer Village-Kind-Mutter gehört hatte nur bestätigen: Die Kinder sind bereit und ich bin es jetzt auch. Der ganze Blogpost ist hier: https://www.sparetimefun.at/cisv/

  • Osterferien nach dem Interchange

    Anna hat die Osterferien in Lissabon bei Nono verbracht. Sie hat es sehr sehr sehr schön gehabt und die gesamte! (die 'Kinder') portugiesische Delegation hat sich am Ostermontag bei Nono im Garten getroffen, um unter anderem Annas Geburtstag zu feiern. Der war zwar schon früher,  aber da hatten nicht alle Zeit. Aber alle wollten kommen. So hat Anna den 14. Geburtstag mit Nono und einen ganzen Tag mit der gesamten portugiesischen Delegation verbracht. Wollt ich euch als Feedback schreiben, weil ich's so schön finde, diese globale Vernetzung, und so cool, dass mein (ehemals Heimweh gebeuteltes ) Töchterchen so austauschfreudig ist und die Freundschaften gehalten haben. Anna hat ja den Interchange mit Lissabon wirklich total genossen.

    Julia, Interchange-Mutter
  • Mutter eines Villageteilnehmers, Sommer 2014, Kanada

    Das Village war eine wunderbare Erfahrung für die ganze Familie.

    Ein Freund hatte unserem Sohn von seinem Village bei CISV erzählt. Unser Sohn wollte daraufhin im nächsten Sommer unbedingt auch daran teilnehmen. Wir informierten uns auf mehreren CISV-Veranstaltungen über das Village, und dann wusste ich: Das wird ihm gefallen.

    Die Vorberatung für das Village nahm eine ungeahnte Wendung: Eigentlich war das Village ja in Tel Aviv geplant. Doch musste es wegen des Kriegsausbruchs nur wenige Tage vor Beginn abgesagt werden. CISV organisierte in kurzer Zeit für alle Delegationen neue Destinationen - für die Österreicher eben Ottawa in Kanada. Auch das war eine Leistung, für die ich CISV sehr schätze.

    Das Village war für unseren Sohn ein einziger Spaß. Wie er erzählte, nahm er vier Wochen lang fast 24 Stunden am Tag an einem vielfältigen Programm teil. Wir Eltern verfolgten den Aufenthalt über den Blog und freuten uns über jeden Eintrag, jedes Foto. Am liebsten wären wir selbst dabei gewesen.

    Unser Sohn lernte viel für sein Leben: neue Kulturen, sich abzunabeln, Englisch und vor allem er lernte viele neue Freunde kennen. "Das Village ist für mich wie ein wunderbarer Traum, “ meinte er, nachdem der Alltag wieder begonnen hatte. Klar, dass er auf jeden Fall weitere Programme bei CISV besuchen möchte.

    Danke

    Claudia
  • Das IPP hat mich verändert.

    Die Teilnahme am IPP in Finnland letzten Sommer hat mir nicht nur irrsinnig gefallen, sondern war auch in vielen Aspekten sehr lehrreich. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, es hat mich motiviert, meinen Lebensstil zu ändern. Das Thema war "Access to good and sustainable food", kurz gesagt: ich achte nun viel mehr darauf, was ich esse, und ganz besonders, wo es herkommt! Baue mittlerweile sogar meinen eigenen (sehr kleinen) Kräutergarten auf!

    Sofie, Teilnehmerin in Finnland
  • JC: den Kindern einmalige Erfahrungen bereiten

    Seien es die "water fights" im Innenhof, die Kissenschlachten im Cozy-Room oder die zahlreichen Pranks, wie zum Beispiel ein Mittagessen ohne Messer und Gabel und mit versalztem Wasser, es gibt nur einen Übeltäter dafür: die freche JC Crew. JCs sind die VERRÜCKTEN HÜHNER jedes Villages. Sie haben unendlich viel Energie, sind lustig und mit ihnen kann man immer Spaß haben. Sie spielen Streiche, machen und kennen die meisten Energizers, bringen jeden zum Lachen und sind auch für einen da, wenn es ein Problem gibt. Obwohl wir JCs aus fünf verschiedenen Länder kamen und auch verschiedene Sprachen sprachen, hinderte uns das nicht, eine eigene Delegation zu werden. Wir "gründeten" auch unsere eigene Nation, das JC Land, wo Einhörner gleich normal sind wie Kühe in unserer echten Welt. Mir bereitete es sehr große Freude, Zeit mit den Kindern zu verbringen, über lustige Dinge zu reden und verrückte Sachen zu machen, sowie die Activities mit den Kindern zu debriefen. Es war unglaublich zu beobachten, wie die Kinder immer mehr dazugelernt haben und von Tag zu Tag gewachsen sind. Für mich persönlich ist es sehr wichtig, dass die Kinder etwas vom Village mitnehmen konnten und sich nach einigen Jahren noch immer an die einzigartigen Erlebnisse erinnern können.

    Martina, JC, für die CISV-Österreich-Zeitung
  • ein Youth Meeting aus Küchensicht

    8 Tage kochen für rund 40 Personen - nein, ich erzähle nicht darüber, wie viele Kilogramm "Material" man dabei bewegt. Ich mag davon erzählen, wie sich einander völlig fremde Participants, einige davon mit ganz schönen Berührungsängsten, näher gekommen sind. In CISV ist es üblich, dass beim Essen die Gruppe bewusst "durchgemischt" wird: jeder Teilnehmende zeichnet sich ein Tischset, vor jedem Essen werden die bunt durcheinandergewürfelt auf die Plätze verteilt, und dann muss man dort sitzen, wo das "Schicksal" einen hingesetzt hat. Das bedeutet beim allerersten Abendessen viel Ruhe, vereinzelt gibt's ein paar Mutige, die dann auch das Tischgespräch dominieren, an anderen Stellen bemühen sich engagierte Leader, die Jugendlichen zur Konversation zu motivieren. Erfahrene CISVer reißen typische Rituale an, denen die Hälfte der Anwesenden mit großen Augen folgt. Manchen sieht man die Erleichterung an, als sie wieder in ihre Delegation "zurück dürfen". Die Veränderung ist von da an von Mahlzeit zu Mahlzeit hin spürbar. Wo am ersten Abend die Delegationen noch "nationenrein" in den Speisesaal kommen, gibt's immer gemischtere Gruppen und Grüppchen. Die Gespräche werden lebhafter, die Rituale werden lauter und intensiver, "Insider" schleichen sich ein. Das Camp wächst zusammen. Und dann kümmert sich der Däne um die weinende Französin, der Mexikaner lacht zu den Scherzen einer Österreicherin, die Spanierin trägt das Häferl für die Amerikanerin mit der verletzten Hand. Die letzte Mahlzeit pendelt zwischen lebhafter und gedrückter Stimmung. Die Jugendlichen genießen die letzten Momente und wissen gleichzeitig, bald ist es vorbei. Und die Küchenfrau zerdrückt eine Träne :-)

    Katharina, Kitchenstaff
  • Loslassen ist Elternsache

    Freitag, 5 Uhr Früh – Treffpunkt am Flughafen Schwechat. Alles ist gepackt und viele Male gecheckt. Wenn Laura nervös war, ließ sie es sich jedenfalls nicht anmerken. „Nein, aber ich freu mich schon so!“ Na gut! Dann auf nach Madrid! Dort werden die Mädchen von ihrer Gastfamilie in Empfang genommen, bei der sie das erste Wochenende verbringen und Madrid kennenlernen dürfen, während die Betreuer weiter ins Camp reisen, um dort alles für die Kids vorzubereiten, die dann am Sonntag abends eintreffen. Insgesamt neun Delegationen aus Brasilien, Italien, Spanien, China, Taiwan, Norwegen, Schweden, USA und Österreich verbringen nun drei gemeinsame Ferienwochen. Wie aufregend! Dass das Handy-Verbot für mich viel dramatischere Auswirkungen haben könnte, als für meine Tochter … auf diese Idee bin ich nicht gekommen. Jedenfalls nicht vor Samstag. Denn da ging es mir dann schon wirklich nicht mehr so gut – meine Tochter am Flughafen abzuladen und nichts mehr von ihr zu hören … nach fünfzehn Jahren engster Beziehung war das so ganz ohne Vorwarnung und Übung nicht so leicht für mich. Ist sie denn überhaupt gut angekommen? Hoffentlich ist die Gastfamilie nett! Hoffentlich vertragen sich die Mädchen! Wie wird sie wohl die brütende Hitze von an die 40 Grad verkraften? Wird sie auch etwas essen? Und trinken? Wir haben zur Ablenkung das Wochenende in den Bergen verbracht und das war gut so. Noch viel besser aber war es, heimzukommen. Denn da fand ich unter meinen E-Mails eine Nachricht von Lola, der wunderbaren Gastmama aus Madrid! Berührende Zeilen, in denen sie von den Mädchen schwärmt, wie brav und nett sie waren, wie interessiert und dass sie so viele Fragen stellten zum Leben in Spanien und in Madrid. Sie rät, uns keine Sorgen zu machen, den Mädels geht es ganz ausgezeichnet und bestimmt werden sie eine tolle Zeit im Camp verleben. Ich bin sooooo erleichtert! Tags darauf auch schon die ersten Fotos in der Facebook-Gruppe, die die Camp-Leiter für uns daheimgebliebene Eltern eröffnet hatten. Und wir finden Laura auf den Fotos. Strahlend! Wie wundervoll! Nun, langsam entspanne ich mich – ich bin beruhigt. Es folgen weitere Fotos, immer wieder – unter vielen fröhlichen Jugendlichen unterschiedlichster Nationalität – auch ein Foto von unserer Süßen. Und immer wieder ein breites Lächeln. Sie, die sich sonst so gar nicht gerne fotografieren lässt, strahlt in die Kamera und es ist ganz offensichtlich – sie ist mega-happy!

    Lilly, Mutter eines StepUp-Mädchens
  • Village-Teilnehmer mit 11 Jahren, schreibt 2 Jahre danach

    Für mich war mein Village in Rom eine tolle erste Erfahrung mit CISV. Dort habe ich mich erstmals auf spielerische Weise mit Themen wie Armut, Rassismus, Weltfrieden auseinandergesetzt. Das war anstrengend, aber lehrreich. Und vom PreCamp wusste ich schon ein bisschen, was mich erwartet. Dazwischen waren viele Spiele, und viel Sport. Dabei habe ich viele neue Freunde gefunden. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir uns alle verständigen konnten, hat aber dann gut geklappt und war echt lustig.

    Meine Gastfamilien waren wirklich cool und haben mir einiges gezeigt. Das hat mir einen Eindruck vom Land vermittelt.

    Zu vielen Kindern, die auf meinem Camp waren, und zu einem JC habe ich heute immer noch losen Kontakt. Es war eine tolle Erfahrung. Ich erinnere mich gerne daran zurück. Seither war ich schon auf zwei Youth Meetings und hatte einen Interchange. Und zu Silvester fahre ich schon wieder mit CISV weg. Hoffentlich treffe ich einmal jemanden von meinem Village wieder.

    M.H.
  • Interchange-Mutter

    Im Sommer hat meine Tochter am Interchange Programm von CISV teilgenommen. Ich selbst kannte aus eigener Erfahrung nur den Ablauf von Villages und Summercamps (heute: StepUp). Das Interchangeprogramm war für mich völlig neu. Nach einem Matchingverfahren wurden die Kinder aufgeteilt. Meine Tochter war schon im Vorfeld von ihrer Austauschpartnerin begeistert. Die österreichische und norwegische Delegation bestand aus je 7 Kindern (4 Mädchen und 3 Buben) und wurde von je einem Leader begleitet. Im Vorfeld haben sich die Vorbereitungen unserer Delegation als etwas schwierig erwiesen, da leider kein einziger Termin gefunden werden konnte, an dem alle Familien Zeit hatten, um sich kennenzulernen. Daher haben wir zu guter Letzt zu Dritt Pläne für die beiden Wochen in Wien geschmiedet. Dann sind unsere Kinder für zwei Wochen nach Bergen, Norwegen gefahren. Sie haben diese Zeit sehr genossen. Während unsere Kinder - wie bei CISV üblich - keinen Zugang zu Internet oder ihren Mobiltelefonen hatten - haben wir Eltern den regen Austausch über E-Mail und facebook mit den norwegischen Eltern sehr genossen. Sie haben uns mit Fotos und Infos "gefüttert" und so wussten wir immer, was sie gerade gemacht haben.

    Zurück in Wien gab es viele Dinge zu organisieren. Welcomeparty und Farewellparty,  Filmabende, Sightseeing mit Segways (ein voller Erfolg!), Zoobesuch, ein Familyweekend, an dem wir unserem Gastkind das Salzkammergut zeigten. Unsere Leaderin war nicht so sehr, wie bei CISV üblich, engagiert, aber das wurde von uns Eltern und unseren großartigen Kindern, die sich selbständig miteinander verabredeten, kompensiert. Beide Delegationen verstanden sich sehr gut miteinander und legten viel Wert darauf, möglichst viel gemeinsam zu unternehmen. So waren wir zumeist eine recht große Gruppe. Ich habe die gemeinsame Zeit mit den anderen Familien sehr genossen und festgestellt, dass Interchange ein CISV Programm für die ganze Familie ist. Da es während der Zeit bei uns und den Norwegern ein Minicamp nur für die Kinder und Leader gab, haben sie doch auch ein bisschen "echtes" Campfeeling, mit CISV Flagge, Kiitos, Lullabies und Energizers gehabt.

    Sabine
  • Mutter eines Village-Kindes

    Mein Sohn Max hat 2015 im August das Village in Lissabon besucht. Er war begeistert. Die beiden Gastfamilien waren total nett und haben sehr viel mit den Gastkindern unternommen. Im Camp selbst fand er schnell Anschluß und hatte laut eigener Aussage nicht einmal Heimweh…

    Die Abschiedsbriefe von den anderen Kindern und Betreuern am Campende sind rührend zu lesen, und mein Sohn möchte auf alle Fälle sobald wie möglich wieder an einem Camp teilnehmen.

    Claudia
  • Gastmutter für eine Village-Delegation

    Dieses Jahr war ich das erste Mal Gastmutter für eine ganze Delegation, die am CISV-Village in Wien teilnahm. Zuerst traute ich mir die Obsorge für 4 fremde 11jährige mit Heimwehproblemchen nicht zu, doch Ilse Pachlinger, unsere Village Beauftragte überzeugte mich, dass es oft sogar weniger Arbeit macht sich um eine ganze Delegation zu kümmern, da die Kids miteinander spielen und Spaß haben. Und damit hatte sie tatsächlich vollkommen recht.

    Ich holte die Kinder am Flughafen ab und bereits im Auto begann das erste Mädchen zu weinen. Ich versprach, dass sie alle zuhause ihre Eltern anrufen können, um zu sagen dass sie gut angekommen waren. Die Tränen versiegten schnell. Die Kinder spielten ausgelassen in unserem Garten und erkundeten gemeinsam das Haus. Es war eine sehr lustige kleine Gruppe. Für uns Gasteltern wurde eine Facebook-Gruppe eingerichtet auf der Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten während des Wochenendes gepostet wurden, an denen man sich beteiligen konnte. Mit ihrem Einverständnis machten wir mit einigen anderen gemeinsam ein bisschen Sightseeing, dass sie geduldig über sich ergehen ließen. Innerhalb der 2 Tage hatte ich "meine" Kinder schon sehr lieb gewonnen und übergab sie nur ungern am Sonntag ihrer Leaderin (am liebsten hätte ich sie behalten) Am Village Open Day habe ich sie alle noch einmal wiedergesehen. Sie erwarteten mich mit offenen Armen und stellten mir ihre neuen Freunde vor. Jegliches anfängliche Heimweh war komplett verflogen!! Ich war begeistert! Für mich war dieses Wochenende eines der schönsten des ganzen Sommers. Ganz sicher werde ich mich wieder als Gastmutter melden :-)

    Nachdem die Kinder in ihre Heimatländer zurückgefahren sind, hat mir ein Bursche aus der Delegation einen wunderbaren Brief geschrieben:

    Hello Sabine! Nice to meet you! Thank you for the picture's. You and Klaus was like my family. I'm very happy because I was can meet very, very nice people like you for my first experience . I want to see you again. You said to me this camp it's a very nice one and yes it was the best camp of my life. In one day it was ,,handicap day" and I was twins. Now I realized it's very hard to have a handicap. Another day it was rich people and poor people and I was poor people and I was need to worked for food. Again I realized it's very hard to be poor person. From this experience I learned to respect life. Thank you for all and I like how you cook so much. A lot of kisse's Vlad

    Sabine
  • Mutter, mehrere Kinder in CISV

    Wie mein Ältester mit 11 gemeint hat, er würde gerne vier Wochen ins Ausland auf ein internationales Camp fahren, hielt ich das für eine gute Idee. Ich hoffte, der Kontakt zu Gleichaltrigen aus anderen Kulturen würde seinen Horizont erweitern, und ihm sowohl soziale als auch Sprachkompetenz bringen.

    Als er dann zurück kam, war ich überrascht, WIE sehr er sich in beider Hinsicht weiterentwickelt hatte. Er hatte plötzlich Freunde auf der ganzen Welt, zu denen er zum Teil bis heute Kontakt hat, hatte aber auch enormes Verständnis für fremde Sprachen entwickelt. Das Camp war definitiv kein "Englisch-Grammatik-Lern-Camp", hat ihm dafür jegliche Scheu vor Fremdartigem genommen und viel Offenheit vermittelt. Auf CISV Camps erfahren Kinder, wie Zusammenleben funktioniert, auch wenn nicht alle gleich sind. Wie man mit dem Anderssein umgeht.

    Dieses Camp hatte noch ein Nachspiel: zwei Monate später flog der damals fast-Zwölfjährige alleine nach Schweden und erfüllte sich damit seinen einzigen Geburtstagswunsch: seine schwedischen Freunde und Freundinnen für ein paar Tage besuchen zu dürfen. Diese Erfahrungen sind für ihn bis heute "Highlights" seiner Kindheit und Jugend.

    Inzwischen sind all meine Kinder CISV-Kinder, wir haben viele Erfahrungen gemacht, auch als Gastfamilie und Interchange-Familie. Und ich finde es immer noch einen wichtigen Beitrag zu ihrer sozialen und emotionalen Erziehung, meinen Kindern CISV-Erlebnisse zu ermöglichen.

    Katharina H.
  • Village-Begleiterin mit CISV-Kindheitserfahrung

    Mein erstes Mal CISV hatte ich vor neunzehn Jahren. Damals war ich elf, fuhr als eher vorsichtiges und eher verschlossenes Kind nach Graz und kam nach vier Wochen ziemlich dreckig, reich an Erlebnissen und Wissen und mit einem Haufen neuer FreundInnen wieder nach Hause. (Als erstes hab ich glaub ich meiner Familie einen ägyptischen Bauchtanz vorgeführt.) Eher vorsichtig war ich weiterhin, aber in diesen 4 Wochen hab ich nicht nur gelernt, dass unterschiedliche Sprachen und Kulturen keine Hindernisse darstellen müssen, sondern dass es auch völlig okay war, wie ICH war, in all meinen Eigenheiten, völlig unabhängig von meiner familiären, kulturellen, sonstigen Sozialisierung.

    Im Sommer 2014 habe ich mein sechstes CISV-Camp erlebt. Ich schreibe "mein", weil ich, wie bei jeder CISV-Erfahrung davor, wieder ein Stückchen gewachsen bin, an den Menschen, denen ich begegnet bin, an mir selbst, weil ich mich neuen Herausforderungen gestellt habe. Aber eigentlich sollte ich schreiben: "unser" – denn ich durfte vier großartige, elfjährige Kinder dabei begleiten, wie sie Freundschaften schlossen, offener, interessierter, selbstsicherer wurden; wie sie begannen, Fragen zu stellen und Ungerechtigkeiten wahrzunehmen, wie sie sich bewusst mit ihrer eigenen Herkunft auseinandergesetzt und global zu denken gelernt haben, wie sie sich solidarisch und empathisch verhielten und dazu beitrugen, dass diese 4 Wochen für alle zum unvergesslichen Erlebnis wurden.

    Von all meinen CISV-Erfahrungen schätze ich meine letzten beiden, als ich Leaderin bei Villages sein durfte, wohl am meisten: Weil ich mitgestaltet habe, weswegen CISV gegründet wurde und weil ich miterlebt habe, wie eine gut funktionierende und harmonische Leaders Group (die ja auch aus sehr verschiedenen Persönlichkeiten besteht!) eine sichere und liebevolle Umgebung für eine bunt zusammengewürfelte Truppe Kinder geschaffen hat, innerhalb derer ruhige Kinder plötzlich laut Meinungen vertraten, ängstliche Kinder ihr Heimweh vergessen konnten, selbstsichere Kinder als Bindeglieder der Gruppe fungierten.

    Bei CISV nennen wir das BIAATCH: Because It's All About The Children.

    Cathrin
  • Mutter eines CISV-Village-Kindes

    Vor zwei Jahren fuhr meine Tochter Johanna in ihr erstes CISV Village nach Michigan City, USA. Sie war sehr aufgeregt und freute sich riesig. Und obwohl ich mich für sie mitfreute und wusste, dass sie sehr viel Spaß haben würde - ich habe selbst als Kind an einem CISV Village in Dänemark teilgenommen -  so war mir doch etwas mulmig zumute. Was wäre wenn sie Heimweh bekommt oder sich verletzt? Johanna wurde von einem wunderbaren Leader, Benny, begleitet, der mit seiner ruhigen Art all meine Bedenken beiseite wischte. Es gab mehrere Kinder-Leader-Eltern Treffen, die vor der Abreise auf etwa 4-5 Monate verteilt waren. In dieser Zeit lernten wir einander besser kennen, und die Kinder bereiteten zusammen mit Benny Scrapbooks und die österreichische National Night vor. Wir Eltern organisierten Souvenirs und Mitbringsel, sowie den obligatorischen Kaiserschmarrn für die National Night. Alles wurde in Kisten verpackt und schon im Vorhinein zum Camp geschickt. Ebenso gab es ein PreCamp, das von allen österreichischen Kindern die im Sommer mit CISV verreisen würden, besucht wurde. Dort schnupperten sie zum ersten Mal CISV-Camp-Luft. Johanna kam überglücklich und auch etwas übermüdet nach Hause und konnte von da an die Abfahrt nach Amerika kaum mehr erwarten.

    Der Abschied fiel den Kindern gar nicht schwer. Sie waren sehr aufgeregt und wollten so schnell wie möglich zum Flugzeug. Da Handys am Camp nicht erlaubt sind, hoffte ich auf Briefe von Johanna. Sie war aber wohl so sehr beschäftigt, dass ich leider nur 2 E-Mails von der Zeit, die sie bei den 2 Gastfamilien verbrachte hat, erhalten habe. Offensichtlich waren diese E-Mails nicht auf ihren Wunsch geschrieben worden, sondern auf Drängen der Gasteltern (vielen Dank!!). Sie bestanden aus ca. 5 Zeilen, in denen sie begeistert von den Haustieren der Gastfamilie erzählte und dass ihre beste Freundin aus Amerika und Brasilien kommen. Am Camp mussten sie einmal eine Postkarte an die Eltern schreiben. Aber auch diese war nicht sehr informativ. Sie war typisch abgelenkt von ihren Freundinnen, mit denen sie lieber spielen wollte, denn die Karte bestand aus einen unverständlichem Misch-Masch aus Deutsch und Englisch... Ich war also weiterhin auf die E-Mails von Benny angewiesen, die er Gott sei Dank doch einmal pro Woche an uns alle verschickte. Ich verfolgte den Camp-Blog täglich und hoffte auf neue Fotos. Als das Camp vorbei war, fragte ich Johanna, ob sie uns vermisst und Heimweh gehabt hatte. Sie antwortete: "Ich hatte kein Heimweh, wann soll ich das gehabt haben? Vermisst habe ich euch schon, aber eigentlich nur meine Schwester. Das war der schönste Sommer meines Lebens! "

    Sabine
  • Obdachlose betreuen – ein IPP in Leeds

    Durch das International People’s Project (IPP) hatte ich die Möglichkeit, eine Stimme zu hören, die sonst nur selten gehört wird. Jene von obdachlosen Menschen. Wir waren eine Gruppe von 27 Teilnehmern, aus 13 verschiedenen Ländern, die diese besondere Erfahrung in Leeds, England auf einem zweiwöchigen Camp dank unserer Partnerorganisation St Anne’s Community Services erleben durften. Wir lernten wir den Aufbau dieser Initiative und die Leute, die hinter den Projekten stehen, kennen. Unsere Hauptaufgabe war vor allem, den Klienten zu helfen, mit ihnen zu essen, Konversationen zu führen und sie kennenzulernen. Diese Erfahrung lehrte uns, dass man aus diversen Gründen auf der Straße landen kann, oft strukturell bedingt. Obdachlos zu sein ist selten eine Entscheidung. Diese Menschen haben alle Hoffnung an ein funktionierendes ziviles System verloren. Ein Mann, 30 Jahre alt, obdachlos und Alkoholiker, sagt zu uns: „Verurteilt nicht und ihr werdet nicht verurteilt, es gibt immer Gründe“. Diesen Menschen zuzuhören, sich mit ihnen zu unterhalten, sie kennenzulernen, nicht zu urteilen, war die wertvollste Erfahrung, die wir bei diesem Projekt erleben durften. Wir haben erkannt, dass genau das Zuhören, der erste wichtige Schritt ist. Oft werden Entscheidungen für diese Menschen und (Vor-)Urteile über sie getroffen, ohne dass ihnen die Möglichkeit gegeben wird, ihre Meinung zu teilen. Oft hörten wir, dass jeder obdachlos werden kann. Während unserer Zeit bei dieser Partnerorganisation trafen wir auf obdachlose Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen. Mit diesem IPP konnten wir mit wenig Zeit eine kleine Veränderung in dieser lokalen Gemeinschaft bewirken, und wir selbst haben eine große Menge während dieser zwei Wochen gelernt.

    Tanja, Teilnehmerin
  • Seminarcamp: das Beste von allen?

    Man hört von allen Seiten immer, dass ein Seminarcamp die beste Art von Camp sein soll. Früher konnte ich das nie so recht glauben. Wie könnte etwas ein Step-Up oder gar ein Village überbieten? Der letzte Sommer hat mich jedoch eines Besseren belehrt. Obwohl ich nun schon einige Jahre bei CISV bin und recht viel erlebt habe, war mein Seminar in Calgary, Kanada eine völlig neue Erfahrung. Dadurch bekam ich die Möglichkeit, mich selbst und die Welt besser kennen zu lernen. Die erste Challenge stellte schon die Anreise ohne Leader in ein fremdes Land dar. Später in Calgary wurde ich so herzlich empfangen wie noch nie auf einem Camp, und ich verstand mich sofort mit jedem gut. Zuallererst übernahm das Staff-Team noch die Führung und übergab den Participants die Leitung des Camps schließlich am dritten Tag. Ab dann mussten wir uns (bis auf die Excursions) das Zusammenleben selbst organisieren. Durch dieses Praxistraining erlernten wir wichtige Life-Skills, wie kochen, aufräumen, abwaschen, Bad putzen, Activities planen und auch mal die Initiative zu ergreifen. Von Poker und Volleyball spielen über „bottle flipping“ bis zu „dabbing“ war alles dabei.  Was mir jetzt in meinem Maturajahr aber wirklich weiterhilft, waren die zahlreichen Diskussionen zum Thema "Sustainable Development", durch die ich viel über die derzeitige Situation in anderen Ländern erfahren habe und mein Englisch verbessern konnte. Außergewöhnlich ist noch immer der unendliche Zusammenhalt der  Teilnehmer, der sich noch Wochen nach dem Camp darin äußert, dass unsere WhatsApp-Gruppe regelmäßig vor lauter Nachrichten übergeht. Ich hoffe noch lange den Kontakt zu diesen neuen Freunden pflegen zu können und freue mich schon auf unsere Reunion.

    Caroline, Teilnehmerin auf einem Seminarcamp